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Pressemitteilung, 23.Juli 2012
Heute wird die beigefügte Erklärung dem Tübinger Gemeinderat vorgelegt.
Erklärung für eine verantwortliche kommunale Friedens-und Außenpolitik anlässlich der 4. Friedensstadtwoche vom 14-22.Juli 2012 in Tübingen (siehe Anhang). Anbei auch ein Foto der Mitunterzeichner (v.l.n.r. Reuven Moskovitz, Sissy Vovou, Henning Zierock, Konstantin Wecker, Heike Hänsel, Bahmand Nirumand). Die Friedensfahne Shalom/Salam soll die gemeinsame Anstrengung der Iranischen und israelischen Friedensbewegung für ein friedliches Zusammenleben ausdrücken. Geplant sind weitere Veranstaltungen mit Bahmand Nirumand (Iran) und Reuven Moskovitz (Israel) um der drohende Kriegsgefahr mit einer "Friedensoffensive" zu begegnen. Bild der öffentlichen Malaktion, "Aufstand der Farben" am 21.7. auf dem Holzmarkt Tübingen ebenfalls im Anhang.
Tübingen. Die beigefügte Erklärung wurde bei dem Friedenspolitischen Aktionstag am 21. Juli 2012 von mehr als 1000 Teilnehmer/Innen verabschiedet und bei der Konzertveranstaltung mit Konstantin Wecker, Theodorakis Ensemble, Ernst-Bloch-Chor von den internationalen Gästen mit Beispielen einer Kultur des Friedens mit Leben gefüllt, u.a. dem Autor Bahmand Nirumand (Iran), dem Friedenspreisträger Reuven Moskovitz(Israel), Sissy Vouvou ( Athen, Sozialforum Griechenland), dem Filmemacher Andreu Jerez (Barcelona), von argentinischen Malaktivisten, dem Musiker Konstantin Wecker (München) und Henning Zierock, Vorsitzender der Gesellschaft und Organisator der Friedensstadtwoche in Tübingen.
Das beigefügte Bild "Aufstand der Farben", ist beim Friedenspolitischen Aktionstag am 21.7. 2012 entstanden und wurde bei der Konzertveranstaltung "Mit brennender Geduld" in der Stiftskirche ausgestellt. Die öffentliche Malaktion wurde von 2 argentinischen Wandmalaktivisten initiiert und von einer 4-köpfigen Berliner Malgruppe unterstützt. Das Bild ist dem Projekt Friedensstadt gewidmet und trägt den Titel "Brennende Geduld" entsprechend der Vision des Schriftstellers A.Rimbaud (siehe Tü-Erklärung). Dieses großflächige Bild wird mobil bei entsprechenden Veranstaltungen eingesetzt werden und wird am Holzmarkt und am Markplatz vorübergehend ausgestellt. Wir bitten um Abbildung und Würdigung der Arbeit der Malaktivisten, die zur Friedensstadtwoche aus Berlin angereist sind und unter schwierigen Wetterbedingungen dem Prozess einer Friedensstadt Ausdruck verliehen haben. 
Erklärung für eine verantwortliche kommunale Friedens- und Außenpolitik anlässlich der 4. Friedensstadtwoche, 14 - 22. Juli 2012 in Tübingen
Unter dem Motto „Frieden findet Stadt“ hat die die Gesellschaft Kultur des Friedens zusammen mit Tübinger Friedensinitiativen und Institutionen zur 4. Friedensstadtwoche vom 14. - 22. Juli 2012 nach Tübingen eingeladen. Im Bereich Frieden und Umwelt, Entwicklung, Bildung, Sport und Kultur, fanden zahlreiche Veranstaltungen an unterschiedlichen Schauplätzen mit der Fragestellung statt: Welche Impulse können wir mit dem Projekt „Friedensstadt“ entwickeln, um Gewalt und Krieg beispielhaft überwinden zu helfen? Dazu gab es Anregungen u. a. zu einer kommunalen Friedens- und Außenpolitik mit Beispielen von Solidaritätspartnerschaften zu Städten in Krisen- und Kriegsregionen, die auch unser Zusammenleben hier betreffen. Ein politischer Schwerpunkt war und ist die aktuelle Situation im Nahen und Mittleren Osten, der Umbruch in der Arabischen Welt, Waffenhandel, Rüstungsexporte, soziale Bewegungen international und regional, globale und lokale Umweltpolitik. Die Auswirkungen einer unverantwortlichen Politik erleben wir auch bei den unkontrollierten Finanzmärkten und einer globalen Klimakatastrophe. Wie können wir im 21. Jahrhundert leben, arbeiten, wohnen und uns fortbewegen, ohne die sozialen und ökologischen Lebensgrundlagen lokal und global zu zerstören? Dazu haben wir eine Kampagne "Solar for peace " ins Leben gerufen.
Mit Gästen aus der internationalen Friedensbewegung, wollen wir drohenden Kriegen eine Logik des Friedens entgegensetzen. Dabei müssen wir feststellen: Krieg fängt vor unserer „Haustüre“ mit Waffenproduktion und Rüstungsexporten in Krisen- und Kriegsregionen an. Die politische Situation in den arabischen Ländern ist dominiert von den politischen und wirtschaftlichen Interessen des Westens, durch den Ressourcenintensiven Lebensstil in den USA und Europa. Dies führt seit Jahrzenten zu Kriegen um Öl. Vertrauen muss von unten wachsen, bei den Menschen, durch Unterstützung von Initiativen für das friedliche und solidarische Zusammenleben der Völker. Wir wehren uns gegen alle Rüstungsproduktion- und Exporte, die Krieg und Leid in die Welt tragen und unterstützen die Aktion „Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel“. Keine U-Boote nach Israel und keine Panzer nach Saudi –Arabien - überhaupt keine Waffen in irgendeine Region dieser Welt. Wohlstand darf nicht durch Tod erkauft werden. Wir sind verantwortlich für die Kriegsflüchtlinge, die eine Folge der Waffenlieferungen sind und aus unseren Städten dann wieder abgeschoben werden. Wir fordern ein Menschenrecht auf Frieden. Wir fordern von Gemeinden, Stadtversammlungen, Kreise, Landtage, Bundestag, Europaparlament und die Vereinten Nationen Verantwortung für eine solidarische und friedliche Politik zu übernehmen. Wir beginnen bei uns selbst. Wir beginnen hier in unserer Stadt. Diese Erklärung geht an den Gemeinderat, an die Landesregierung, an den Städtetag Baden-Württemberg und den bundesweiten Städtetag. Wir mischen uns ein und arbeiten an der Entwicklung einer Kultur des Friedens, mit Alternativen zu einer an Wirtschaftsinteressen orientierten Außenpolitik. Die deutsche und europäische Außenpolitik braucht eine Erneuerung durch eine kommunale Friedenspolitik, die sich an den Lebensinteressen aller Menschen orientiert im Sinne Arthur Rimbauds: "Nur mit Brennender Geduld werden wir in die strahlende Stadt einziehen, die allen Menschen, Licht, Gerechtigkeit und Würde gibt".
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