Tübingen, 18. Juli 2011

Klarstellung: Berichterstattung des Tagblatt über die Friedensstadteröffnung am 16.7.2011 auf dem Marktplatz Tübingen

Zu dem Bericht im Schwäbischen Tagblatt und onlinetagblatt vom 18.7.2011 über den Start der Friedensstadtwoche am 16.7. auf dem Tübinger Marktplatz möchte ich als Koordinator der Veranstaltungen zur Friedensstadt Tübingen Stellung nehmen.

In dem Bericht wurde der international bekannte Friedensforscher Johan Galtung mit einer Aussage zitiert: die USA hätten seit 1805 weltweit 17-20 Millionen Menschen getötet, das seien viel mehr als durch Hitler, wenn auch in einem größeren Zeitraum. Diese Aussage habe ich auf der Bühne nicht wahrgenommen, da ich mit dem organisatorischen Ablauf der Veranstaltung beschäftigt war. Hätte ich so eine Aussage von einem Redner vernommen, hätte ich sie umgehend am Mikrofon als völlig inakzeptabel zurückgewiesen und entsprechend kommentiert. Sie ist auch historisch falsch.

Erst im Schwäbischen Tagblatt habe ich davon erfahren. Bis jetzt konnte ich weder Johan Galtung noch den freien Mitarbeiter vom Tagblatt erreichen, um die Aussagen in ihrem Kontext zu überprüfen.

Um es ganz klar zu sagen: als Vorsitzender der Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF) und Verantwortlicher für alle Veranstaltungen in diesem Namen würde ich niemals eine Relativierung der NS-Verbrechen unter Hitler dulden und solche Vergleiche akzeptieren. Falls diese Äußerungen so gefallen sein sollten, weise ich sie hiermit zurück.

Jeder in Tübingen weiß, dass die GKF sehr verantwortlich mit diesem schweren Erbe der Geschichte umgeht und dies immer wieder in zahlreichen Veranstaltungen deutlich macht. Z.B. seit mehr als 30 Jahren begehen wir den 8.Mai als Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus - oftmals auch am Gräberfeld X in Tübingen. Die Verbrechen aus unserer Geschichte verpflichten uns, überall gegen Unrecht, Krieg, Unterdrückung, Menschenfeindlichkeit anzugehen. Der in diesem Bericht entstandene Eindruck, es handelte sich bei den Reden um eine antiamerikanische Stimmungsmache ist blanker Unsinn. Keiner der anderen RednerInnen hat sich in diese Richtung geäußert. Es gibt keine guten und schlechten Völker.

Henning Zierock, Vorsitzender der Gesellschaft Kultur des Friedens

 


Die Universitätsstadt Tübingen wird vom 16. bis 24. Juli  2011 zur Friedensstadt - der Frieden findet Stadt.

Pace

Mit zahlreichen Veranstaltungen im Bereich Bildung, Ökologie, Sport, Kultur und Frieden findet die 3. Friedensstadtwoche vom 16. bis 24. Juli 2011 an verschiedenen Orten in Tübingen statt. Themenschwerpunkte sind die Situation in der arabischen Welt, der kriegerische Konflikt zwischen Israel und Palästina, friedenspolitische Entwicklungen in Lateinamerika, Afrika und die neuen demokratischen Proteste in Europa wie in Griechenland, Italien und Spanien.

Eine Hommage an den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis wird durch eine Ausstellung, eine Diskussion, einen Film, eine Lesung, ein Konzert und eine Nacht der Lieder von Theodorakis, sein künstlerisches und politisches Wirken deutlich machen. Die Friedensstadt wird vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, dem bolivianischen Botschafter Walter Magne Veliz und dem Vorsitzenden der Gesellschaft Kultur des Friedens Henning Zierock auf dem Tübinger Marktplatz am Samstag, 16. Juli um 11 Uhr eröffnet. Am Samstag, 23. Juli findet auf dem Holzmarkt ein Friedenspolitischer Aktionstag statt. Am Sonntag, 24. Juli gibt es eine Konzertveranstaltung mit den Liedermachern Konstantin Wecker und Hannes Wader und internationalen Stimmen aus Athen, Madrid, Kairo in Stuttgart im Schlossgarten.